Seit der Annahme der Initiative «Schluss mit dem uferlosen Bau von Zweitwohnungen» am 11. März 2012 befindet sich die Schweiz in einer alpinen Sinneskrise. Bundesrätin Doris Leuthard sprach direkt nach der Abstimmung von der Entstehung eines Alpengrabens. Das Projekt «Alpine Interventionen» ist eine szenografische Annäherung an die vielfältige Problematik der Urbanisierung der Schweizer Alpen und positioniert sich direkt an der tiefsten Stelle des neu entstandenen Grabens. An der Grenze der Kantone Bern und Freiburg – im Simmental auf der Ebene der Alp Walop – treffen laut Abstimmungsergebnis die grössten Gegner und Befürworter geografisch aufeinander.

Anhand eines inszenierten Wanderwegs sollen zwölf alpine Interventionen zum Denkanstoss und zur konstruktiven Diskussion anregen. Das Wechselspiel zwischen kulturellem Kontext und der natürlichen Umgebung der Voralpen führt teils zur Harmonie teils aber auch zu ästhetischen Brüchen und rufen nebst einer visuellen Auseinandersetzung auch einen inneren Dialog hervor.

Die monotone Bebauung der Alpen ist bei weitem nicht das einzige Problem, welches die Schweiz in Zukunft noch vermehrt beschäftigen wird. Gesteigertes Mobilitätsverhalten, Leistungssport als neue Religion, Kultivierung von Landschaften nach ästhetischen Sehkonventionen, Abwanderung der jungen Generation, Digitalisierung und Verfremdung der Natur, übersteigerte Erwartungshaltungen und unersättlicher Konsum gehören genauso zur neuen Problematik, um nur einige davon zu nennen. Die Metropole ist überall, der Verkauf der Identität und der Heimat nimmt fortwährend ihren Lauf.